2026-09-29 12:58 UTC
@lazyb0y so offensichtlich ist das nicht. Wahlen sind ein sehr schlechter Mechanismus, um den Willen der Bevölkerung abzubilden. Das liegt nicht nur an der Nachfrageseite (Wähler*innen), sondern auch an der Angebotsseite. Am schlechtesten werden diejenigen vom Parteiensystem repräsentiert, die am stärksten unter Sozialabbau leiden. Siehe z.B. https://doi.org/10.1111/1475-6765.12423 und https://doi.org/10.1111/1475-6765.12489
Abgesehen davon: Was bedeutet es denn nun, wenn Partei X nun 40% bekommt? Parteien haben eine Vielzahl an Positionen, die sich mitunter widersprechen. Aus der Wahl einer Partei kann mitnichten abgeleitet werden, dass Personen alle Inhalte dieser Partei teilen. Mitunter wird nach Sympathiepunkten gewählt. Im Mischsystem aus Konkordanz- und Konkurrenzdemokratie gibt es eine Vielzahl an Akteur*innen mit widersprüchlichen Interessenlagen, die auf den Prozess der kollektiven Entscheidungsfindung einwirken. Erfolgreich sind dabei meistens diejenigen mit den meisten Ressourcen. Vulgo: Reiche. Siehe z.B. https://doi.org/10.1007/s41358-017-0097-9
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